Wälderschätze - einmalige Seltenheiten aus dem Schwarzwald

30.03.2018

Alte Fami­li­en­schät­ze

 

Die tex­ti­len Erb­stü­cke der Fami­lie ruh­ten vie­le Jah­re im Schrank. Nicht unbe­ach­tet, nein, denn die Mono­gram­me ver­wei­sen auf Mut­ter, Groß­mutter und Urgroß­mutter, aber nicht im All­tag der jet­zi­gen Besit­ze­rin prä­sent. Die Taschen­tü­cher wur­den noch lan­ge benutzt, waren immer zur Hand. Sind nun aber hauch­zart und wei­ter­hin regel­mä­ßig gewa­schen zu wer­den, wür­den sie nicht stand­hal­ten.

 

Anders gesagt, eine Kun­din kam mit einem klei­nen Sta­pel alter Weiß­wä­sche, für sie vol­ler Erin­ne­run­gen und somit kost­bar, zu mir und bat mich etwas Schö­nes dar­aus zu machen.

 

Zwei zar­te Taschen­tü­cher mit far­bi­ger Häkel­spit­ze und Mono­gramm sind nun die Ober­sei­te von zwei klei­nen Duft­kis­sen. Von Hand auf Unter­kis­sen aus altem Baum­woll­da­mast appli­ziert. Die Fül­lung ist aus Schur­woll­vlies mit zwei unter­schied­lich duf­ten­den Kräu­ter­mi­schun­gen aus mei­nem Gar­ten. Um alte Stof­fe nicht unnö­tig zu zer­stü­ckeln, las­se ich mir ver­schie­de­ne Lösun­gen ein­fal­len. Das Kis­sen mit dem rosa Häkel­rand ist hier von sei­ner Rück­sei­te zuse­hen. Alte Perl­mutt­knöp­fe sind am Bezug fest­ge­näht, aber es feh­len klas­si­sche Knopf­lö­cher. Statt­des­sen habe ich zwei klei­ne Schlau­fen aus rosa Baum­woll­garn gehä­kelt.

 

Ein wei­ßes Taschen­tuch mit schö­ner Loch­sti­cke­rei und Mono­gramm ziert nun, auf einen anti­ken Stoff mit rosa Nadel­druck appli­ziert, ein qua­dra­ti­sches Kis­sen.

 

Ein wei­te­res hauch­dün­nes Taschen­tuch mit blau­weiß gepünk­tel­tem Rand und einem gro­ßen Mono­gramm, habe ich auf ein läng­li­ches Kis­sen wie einen Matro­sen­kra­gen genäht. Das heißt, der gemus­ter­te Rand ist nach außen offen. Der Basis­stoff ist ein altes Lei­nen­tuch, eben­falls ver­se­hen mit einem Mono­gramm, wel­ches auf der Rück­sei­te des Kis­sens zu sehen ist.

 

Froh erwa­che jeden Mor­gen, die­ser Stoff mit Spruch und Engel­chen, war im Hau­se der Auf­trag­ge­be­rin wohl­be­kannt. Ich habe ihn neu als West­fah­len­stoff erwor­ben und ihn mit dem alten Lei­nen­tuch der Urgroß­mutter ver­näht. Auch in die­sem Fall eine eher unge­wöhn­li­che Lösung für den Ver­schluß: Zwei alte Wäsche­knöp­fe mit Ver­schluß­schlau­fen aus altem Haus­halts­band, auf der Vor­der­sei­te auf dem Zier­stoff ange­bracht.